Bei Niederlegung dieser Chronik sind wir zum Teil an die Erinnerungen alter Gartenmitglieder gebunden, so dass wir alles in allem, nicht in allen Einzelheiten wiedergeben können, wie wir dies gerne möchten, zumal nach dem 2. Weltkrieg kein Interesse an der Niederschrift der Ereignisse und Gegebenheiten bestand. Viel wichtiger war damals in der „Schlechten Zeit“, zur Selbstversorgung den Gartenmitgliedern, die Nutzfläche des Gartens.

Unsere Gartenkolonie wurde 1947 gegründet. Ihren Namen erhielt sie nach der nahe gelegenen Zeppelinstraße. Es war das ehemalige Gelände der Aachener Streichgarnfabrik Albert Brülls. Dieser Verkaufte 1946 sein Grundstück an die Stadt Aachen.

Wer die Iniziative ergriff um eine Gartenkolonie zu bauen, ist nicht mehr nachvollziehbar. Anfangs waren es 80 Gärten, die mit viel Mühe und wenig Bargeld erbaut wurden und es fehlte an allem. (Von unseren ehemals 80 Gärten hat die Stadt immerzu Gelände abgezwackt, so sind wir heute nur noch 34 Gärten an der Zahl.)

Aber wer das Organisationstalent der Kleingärtner kennt, wundert sich nicht, wo all diese Materialien herkamen. Ob Steine, Sand, Zement, ob Balken, Dachpappe, Fenster, ob Mutterboden, Pflanzen, Sämereien, alles ergab sich irgendwie oder wurde durch Nachbarschaftshilfe oft ermöglicht. Das übliche Transportmittel war Schubkarre, Fahrrad oder es wurde einfach auf den Schultern transportiert. Aber ab 2 Kästen Bier und einer Flasche Schabau wurde auch damals schon ein Fest angesagt.

Es war im Jahre 1955, als wir die Möglichkeit bekamen, das alte Lohnbüro der Glühlampen Fabrik Philips zuerhalten. Zwar als Geschenk, aber es musste innerhalb von 3 Tagen vom Werksgelände abmontiert und abtransportiert sein.

Guter Rat war teuer. Aber dann…, mit Freunden und Helfern und viel Spucke wurde auch dies geregelt.

Dann kamen die vielen Umbauten und Verbesserungen, und die Theke stand mal hier und mal dort. Aber im Winter war der Kanonenofen meist der Mittelpunkt.
Es wurden einheitliche Gartentörchen gebaut.

1964 wurden zu den einzelnen Gärten Strom und Wasser verlegt.
179 bekam das Gartenheim, welch ein Fortschritt, eine Warmluftheizung! Wir hatten zwar rote Köpfe, aber Eis in den Schuhen.

Im Laufe der Jahre wurden die meisten alten Lauben abgerissen und durch eine neue, moderne Freizeitlaube ersetzt, die natürlich immer in den angegebenen Maßen blieb, auch wenn der Zollstock manchmal abgebrochen war.

Über Jahrzente hinweg leitete der 1. Vorsitzende und heute Ehrenpräsident Ludwig Canton die Geschichte unseres Vereins.

Im Jahre 1992 hatte der Vorstand beschlossen, den alten Wunschtraum der Kleingärtner zu verwirklichen, und eine Erweiterung des Vereinsheims, mit Außentoilette und Entsorgungsraum zubauen.

Wieder mal mit großen Anstrengungen, vielen Gemeinschaftsstunden, die bei einigen Kameraden in die Hunderte Stunden ging, nahm das Gewerk Gestalt an.

War die Gartenkolonie auch nicht mehr so arm wie in den fünfziger Jahren, so hatten wir doch größte Schwierigkeiten. Doch durch das finanzielle Geschick unseres Präsidenten Georg Hassler und der Kassiererin Karin Vonderweiden wurden auch diese Hürden genommen.

Ob Spenden aus eigenen Reihen, ob großzügige Kredite der Brauerei, Sponsoren wurden immer gerne gesehen. Auch wurden mit großer Freude die Zuschuße der Stadt begrüßt.

1994 war es soweit, mit einem großen Fest wurde Eröffnung und Einweihung, mit unserem alten Freund Willi Rong der unter uns weilte, gefeiert.
Mit Anerkennung und Lob wurden die Festreden der geladenen Ehrengäste vernommen, und das leibliche Wohl kam ebenfalls nicht zu kurz.

So kann man dann zum Schluß bemerken, Fünfzig Jahre Dauergartenkolonie Zeppelinstraße 1947 e.V. ist eine gelungene Sache, wo Mitglieder mit selbstlosem Einsatz zum Wohle des Vereins arbeiten, wo Gartendamen uns mit vielen leckeren, selbstgebackenen Kuchen verwöhnen, wo mit wenig Knatsch, aber um so mehr Freunde und Kameradschaft, ein verein gewachsen ist, wo man mit Stolz sagen kann, ich bin Mitglied und helfe gern.